Grüne Herausforderungen

Schlechte Stimmung bei Urbanizers. Keine Sorge, die Aufträge laufen soweit rund. Aber der Verlauf des Gartenjahrs sorgt bei zahlreichen Kolleg*innen für Sorgenfalten. Bei der einen werden im brandenburgischen Zweithabitat die seltenen Tomatensorten von der Braunfäule dahingerafft, beim nächsten hat eine Sturmböe währende des letzten Starkregenereignisses die halbe Parzelle im Gartenkreis verwüstet. „Nächste Saison lass ich die Finger davon“, schimpft er. Auch die Inhaberin des Pachtbeets im Gemeinschaftsgarten hat vom Urban Gardening erstmal die Nase voll, nachdem über Nacht die mühsam herangezogenen Bohnen verschwunden sind. Ob das die Schnecken waren oder hungrige Mitgärtner?

Wir wären nicht Urbanizers, wenn dem Austausch über das individuelle Leid mit dem Grün nicht eine lebhafte Diskussion über die verschiedenen Möglichkeiten folgte, sich gärtnernd „einen überzeugenden und ‚geerdeten’ Standpunkt aufzubauen“ (Christa Müller). Entspannt bietet die Balkongärtnerin ihre Kirschtomaten zum Sharing an, und ebenso entspannt lehnen sich die Bewohner der WG-Zimmer ohne grüne Verpflichtungen auf der Parkbank zurück. Für die Statistik: 15% des Teams haben einen eigenen Garten, 30% sind in irgendeiner Form des Urban Gardening engagiert. 10% reicht der Balkon als Betätigungsfeld. Und der Rest? Befasst sich mit urbanem Grün lieber als Forschende.