Auf die nächsten 100 Jahre

Auf 101 spannende Jahre blickt die „Wüstenrot Stiftung Gemeinschaft der Freunde Deutscher Eigenheimverein e.V.“ zurück – seit immerhin 11 Jahren zählt Urbanizers zu den Kooperationspartner:innen, die die Stiftung dabei unterstützt, Wege zu finden, wie sich unser Gemeinwesen den vielfältigen Herausforderungen der Zukunft stellen kann.

Ausgewählte operative Projekte der Stiftung aus den Themengebieten Zukunftsfragen, Stadt & Land, Literatur, Kunst & Kultur und Denkmale gibt es im Jubiläumsfilm zu sehen – wir sind stolz und dankbar, dass wir den Wettbewerb „Gebaute Orte für Demokratie und Teilhabe“ präsentieren durften. Der Film ist hier abrufbar, uns gibt’s ab 9.05 min. zu sehen!

Der Wettbewerb steht in einer Reihe gemeinsamer Projekte, die mit „Vergessenen Stadtteilen“ begann, mit „Stadtmachen“ und „Bedingt planbar“ weiterging und mit dem neuesten Vorhaben „Räume neu gestalten. Kommunale Entwicklungsstrategien im digitalen Zeitalter“ hoffentlich noch lange nicht zuende ist. Denn erstens hat uns die Zusammenarbeit auf Augenhöhe in jedem der Projekte weitergebracht, zweitens und vor allem werden Einrichtungen wie die Wüstenrot Stiftung immer mehr zu Schlüsselakteur:innen der Stadtentwicklung und -forschung. Many happy returns, liebe Stiftung!

Sieben Personen sitzen im Kreis und diskutieren auf dem 3. Dialogforum

3. Dialogforum zum Weißbuch Stadtgrün

Am 13. Mai fand das 3. Dialogforum im Rahmen des BBSR-Forschungsprojekts zur Umsetzung des Weißbuchs Stadtgrün statt, das wir seit 2020 begleiten. Unter dem Motto „Stadtgrün zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ diskutierten Verbände und Vereine mit Bezug zu Stadtgrün, was der Bund tun kann, damit Grün in der Stadt auch in der Praxis den Stellenwert genießt, den es aus wissenschaftlicher Perspektive längst hat. Denn klar ist: Stadtgrün unterstützt die urbane Anpassung an den Klimawandel, fördert die physische und psychische Gesundheit und ermöglicht Inklusion und Teilhabe. Und klar ist auch: Es gibt zu wenig Grün in der Stadt.

Die Teilnehmenden sammelten zahlreiche Forderungen an den Bund, die von der Einrichtung eigener Förderprogramme über baugesetzliche Vorgaben bis hin zur Stärkung seiner eigenen Vorbildfunktion reichten. Ergebnis des Dialogforums wird ein Forderungspapier sein, das dem Bund vorgelegt werden wird und darauf hinwirken soll, dass die große Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit bald Geschichte ist. Denn um es mit den Worten von Andrea Gebhard, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer und Referentin im Dialogforum, auszudrücken: „Wir haben die Instrumente, wir wissen wie es geht, wir müssen es jetzt aber durchsetzen – jetzt ist das Zeitfenster da.“

Screenshot des digitalen Whiteboards zur Themenwerkstatt

3. Themenwerkstatt „Nationale Projekte des Städtebaus“

Am 9. Mai veranstalteten wir die bereits dritte Themenwerkstatt im Rahmen der fachlichen Begleitung der Nationalen Projekte des Städtebaus. In den Themenwerkstätten kommen Vertreter:innen der Kommunen sowie des Bundes zusammen, um Erfahrungen und fachliche Erkenntnisse aus der Projektarbeit auszutauschen. Das Oberthema lautete diesmal „Städtische Räume entwickeln“. Die Veranstaltung beschäftigte sich mit den Fragen: Was macht qualitativ hochwertigen und zukunftsorientierten Städtebau aus? Welche Akteure, Prozesse und Instrumente werden dazu benötigt? Was sind (zukunftsweisende) Kriterien für Premiumqualität im Städtebau?

Mit rund 40 Teilnehmer:innen diskutierten wir die Herausforderungen einer integrierten städtebaulichen Praxis. Daran ist eine Vielzahl von Akteuren beteiligt und die Kommunen müssen neue Prozesse erproben, um innovative städtebauliche Lösungen zu erarbeiten. Dies unterstrich auch Dr. Carolin Baedeker vom Wuppertalinstitut mit ihrem Input zur Post-Corona-Stadt. „Näher – agiler – öffentlicher“ müsse diese werden, um den aktuellen und künftigen Herausforderungen zu begegnen. Was es dazu braucht ist Mut zum Experiment – im Planungsprozess und in der Gestaltung der Stadträume.

Mehr zum Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus: www.nationale-staedtebauprojekte.de

Jubiläumsveranstaltung zur Energetischen Stadtsanierung

Das KfW-Förderprogramm 432 „Energetische Stadtsanierung – Klimaschutz und Klimaanpassung im Quartier“ besteht seit 2011, doch das Thema ist aktueller denn je. Die immer stärker spürbaren Auswirkungen des Klimawandels sowie ganz aktuell die Debatte um die Abhängigkeit von russischem Erdgas, zeigen die Notwendigkeit einer urbanen Energiewende. Energetische Quartierskonzepte sind ein wichtiger Schritt auf diesem Weg.

Seit 2018 übernehmen wir bereits zum zweiten Mal, gemeinsam mit zwei weiteren Büros, die Begleitforschung zum KfW-Förderprogramm 432. Anlässlich seines zehnjährigen Bestehens haben wir im Auftrag vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) eine große hybride Jubiläumsveranstaltung am 26. April 2022 organisiert. Rund 150 Personen verfolgten die Veranstaltung entweder vor Ort im Umweltforum Berlin oder über den Livestream. Während Vorträge und eine Diskussionsrunde mit Akteur:innen aus Quartieren, die eine KfW-Förderung erhalten, spannende Einblicke in die Praxis der Energetischen Stadtsanierung gaben, zog eine weitere Diskussionsrunde mit Verbändevertreter:innen und Bundestagsabgeordneten von SPD, GRÜNE und FDP Bilanz und zeigte Unterstützungsperspektiven durch die Politik auf.

Abgerundet wurde die Konferenz durch eine Keynote. Prof. Dr. Lamia-Messari-Becker, aus dem Lehrgebiet Gebäudetechnologie und Bauphysik der Universität Siegen, sieht den Quartiersansatz als „Keimzelle der Energiewende“. Den Blick vom Einzelgebäude auf das Gesamtquartier zu weiten biete große CO2– und auch Kosteneinsparungspotenziale. Eine integrierte Betrachtung der Prozesse im Quartier ist dabei unerlässlich. Ein Ansatz, den wir auch bei Urbanizers verfolgen.

Der Tag verdeutlichte erneut: Städte spielen mit ihrem Ressourcenverbrauch und den hohen CO2-Emissionen, die allein aus dem Gebäudesektor stammen, beim Entwickeln und Umsetzen von Maßnahmen für den Klimaschutz und der Klimaanpassung eine zentrale Rolle. Die Zeit zum Handeln ist jetzt!

Livestream verpasst?  Die Aufzeichnung der Veranstaltung ist auf unserer Projektwebsite zu finden.

U-Bahn-Station Wilmersdorfer Straße, Berlin-Charlottenburg

Vielfalt in Charlottenburg: Unterwegs auf der „Wilmi“

Seit Ende des vergangenen Jahres bauen wir in einem sechsköpfigen Team auf der Wilmersdorfer Straße in Charlottenburg ein Standortmanagement auf. Neu im Job und neu in Berlin hatte ich zwar schon mal was von Standortmanagements gehört und auch Charlottenburg war mir ein Begriff, nicht aber Berlins älteste Fußgängerzone, die „Wilmi“. Dabei ist die Straße mit ihren vielen inhaber:innengeführten Geschäften und der spezialisierten Angebotsvielfalt berlinweit als familienfreundliche Einkaufsstraße bekannt.

Bereits im Jahr 1724 wurde die Wilmersdorfer Straße erstmals in Karten erwähnt. Sie zählt damit zu den ältesten Straßen des damals noch jungen Charlottenburgs. Ihre bewegte Geschichte als gewachsene Einkaufsstraße lässt sich heute noch gut entlang ihrer 1,8 Kilometer ablesen. Das älteste Gebäude, das Ackerbürgerhaus, stammt aus dem Jahr 1723 und wirkt zwischen all den für Berlin so typischen, gründerzeitlichen Bauten wie ein Kuriosum. Mit seiner einfachen Bauform zeugt es von den Anfängen städtischer Expansion, als sich die Straße noch zwischen Wiesen und Äckern in Richtung Wilmersdorf erstreckte. Ein paar Häuser weiter hingegen befindet sich das erste Kaufhaus Berlins, das bis heute an gleicher Stelle betrieben wird.

Nicht nur die bauliche, sondern auch die gewerbliche und soziale Vielfalt im Blick entwickeln wir nun ein Leitbild für Charlottenburgs Lebensader. Wir wollen die Unterschiede als Gemeinsamkeit herausstellen und zeigen: Die Wilmi ist so bunt wie das Leben! Wie bei Urbanizers üblich, gestalten wir den Wandel gemeinsam mit den Akteur:innen der Straße. Hierzu bauen wir ein Kommunikationsnetzwerk auf, das Verwaltung, Geschäftstreibende, Eigentümer:innen und Anwohner:innen zusammenbringt. Dadurch wirken wir daran mit, dass zukünftige Projekte in der Wilmi einfacher angestoßen und umgesetzt werden können. Wie man sicherlich merkt konnte ich mich schnell für dieses Berliner Original begeistern. Sie ist auf jeden Fall einen Besuch wert!

Wie digital ist das Gemeinwohl?

Als mich vor zwei Jahren die Anfrage erreichte, als Fachgutachterin an der Auswahl der zweiten Staffel der Modellprojekte Smart Cities mitzuwirken, war meine Reaktion eine Mischung aus Überraschung, Neugierde und Respekt. Überraschung, weil Urbanizers den Smart-City-Diskurs lange vor allem rezipierend begleitete. Neugierde, weil ich spätestens seit der Lektüre der Smart City Charta und Gesprächen darüber mit ersten Kommunalvertreter:innen gespannt war auf die konzeptionellen und konkreten Ideen großer und kleiner Städte. Und Respekt, weil ich manche der Begriffe aus den Förderanträgen erstmal nachschlagen musste.

Mittlerweile bin ich ausgesprochen dankbar für die Chance, die sich Urbanizers mit dieser Herausforderung bot: Selten kam uns unsere interdisziplinäre Kompetenz so zugute wie in der Auseinandersetzung mit Digital Urban Twins, Mobility Hubs, Open-Source-Ansätzen, Pfadabhängigkeiten und vielen weiteren. Schnell haben wir gelernt, Smart-City-Strategien nicht nach den Buzzwords oder ihrer vermeintlichen technologischen Avanciertheit einzuschätzen. Wer städtische Entwicklung mit digitalen Mitteln klüger machen will, braucht Daten – und sollte recht genau wissen, welche und wozu. Gesa Ziemer, Direktorin des City Science Labs an der HafenCity Universität Hamburg, hat die neue Perspektive für die Stadtentwicklung einmal als „Denken mit Daten“ bezeichnet: „Wir müssen erst noch lernen, mit Daten auch kreativ umzugehen, d. h. sie nicht nur im Hinblick auf Quantität zu erheben und auszuwerten, sondern auch im Hinblick auf ihre Qualität.“ Digitalisierung ist – mal abgesehen davon, dass der Begriff im Zusammenhang mit Stadtentwicklung eigentlich in die Irre führt – kein Selbstzweck, sondern jede digitale Option muss hinterfragt werden hinsichtlich ihres Nutzens für das Gemeinwohl und für die Resilienz unserer Städte. Um es mit den Worten des Ulmer Oberbürgermeisters Gunter Czisch zu sagen: „Technische Möglichkeiten … spielen zwar eine wichtige, aber für uns dennoch eine untergeordnete Rolle. Unsere Priorität ist es, die Menschen zu befähigen, diese Transformation zu meistern und die eigene Innovationskraft zu stärken.“

Im neuen Arbeitsfeld – das mit „Smart City“ oder „Digitalisierung“ zu kurz beschrieben wäre – sind wir nicht nur als Berater:innen und Gutachter:innen unterwegs, sondern haben das Glück, in einem gemeinsamen Projekt mit der Wüstenrot Stiftung den tatsächlichen Bedarf der Kommunen erforschen zu können. Nicht nur „Denken mit Daten“, sondern auch Nachdenken über Daten eben. Städte brauchen beides.

Rückblick: 3. Bundeskongress Grün in der Stadt

Obwohl ich erst seit dem 1. April Praktikantin bei Urbanizers bin, fühlt es sich so an, als wäre ich schon viel länger ein Teil des Teams. Dies liegt unter anderem daran, dass ich gleich an meinem ersten „richtigen“ Tag beim 3. Bundeskongress Grün in der Stadt unter dem Motto „Potenziale umsetzen“ dabei sein durfte.

Nicht nur für mich war es eine spannende Veranstaltung, sondern auch für meine Kolleg:innen und die Teilnehmer:innen. Formate dieser Größe sind auch für Urbanizers eine Besonderheit, nicht erst seit Beginn der Corona-Pandemie. Ca. 80 Teilnehmer:innen waren vor Ort und knapp 300 weitere hörten von zu Hause aus zu. Auch inhaltlich war es spannend: Fünf Jahre nach der Veröffentlichung des Weißbuches Stadtgrün wurde auf dem Kongress Bilanz gezogen, was seitdem erreicht wurde und welche neuen Impulse für das Stadtgrün daraus entstanden sind.

In den Vorträgen und Diskussionen wurden kleine und große Projekte aus Bocholt, Hamburg oder Helsinki vorgestellt. Digitale Planungslösungen waren ebenso ein Thema wie gute partizipative Prozesse. Es wurde deutlich, dass viele gute Ansätze für das Stadtgrün vorhanden sind! Um es langfristig nutzen und umsetzen zu können, braucht es jedoch mehr als das. Referent:innen und Zuschauer:innen waren sich einig: Stadtgrün ist eine Gemeinschaftsaufgabe! Um eine urbane, grüne Infrastruktur zu schaffen und zu erhalten und damit einen Beitrag zur Minderung der Folgen des Klimawandels in den Städten zu leisten, bedarf es der Zusammenarbeit verschiedenster Akteure einer Stadt inklusive der Politik sowie des bundesweiten und internationalen Austauschs. Ich freue mich, in nächster Zeit bei Urbanizers daran mitzuwirken!

1,5 Tage, 50 kreative Köpfe, 400 Ideen

Innenstädte brauchen neue Ideen – und davon möglichst viele! Wie kommen wir dahin? Wir haben ein für uns neues Format getestet: Im November 2021 veranstalteten wir den eineinhalbtägigen Hackathon* „CITY HACKS Bochum/Potsdam“. 50 Studierende der Fachrichtungen Stadtentwicklung, Urbane Zukunft und Geographie entwickelten in Teamarbeit mehr als 400 Ideen für die beiden Innenstädte und verdichteten diese im Laufe eines Tages zu neun konkreten Projekten.

Im Fokus standen die Themen „Frequenz durch Digitalisierung“ und „Konsumfreie Aufenthaltsqualität“. Besonders in Erinnerung geblieben sind uns zum Beispiel diese Ideen: Der ehemalige Stadtkanal in Potsdam soll zum offenen Freiraum werden. Auf einfachen, flexiblen (Sitz-)Objekten können Nutzer:innen sich den Raum zu eigen machen. Wer Lust hat, trägt die flexiblen Sitzmöbel einfach an einen anderen Ort in der Stadt. Oder diese: Mit der „Gallery of Augmented Reality” zieht Kunst in den öffentlichen Raum ein. Kunstwerke aus den Museen Potsdams oder von freien Künstler:innen werden so zur Attraktion im digitalen Raum und locken Menschen in die Innenstadt.

Der Hackathon zählt zu unseren Highlights 2021! Das intensive Arbeiten hat sehr viel Spaß gemacht und in kürzester Zeit Innovation befördert. Das inspiriert uns über das Projekt hinaus – es war bestimmt nicht unser letzter Hackathon.

Mehr zu den „CITY HACKS Bochum/Potsdam“ findet ihr im Journal der Stiftung „Lebendige Stadt“ (Ausgabe #41, S. 12 ff.) sowie in der Veröffentlichung zum Hackathon der
Stiftung „Lebendige Stadt“.

 

* Hackathons kommen ursprünglich aus der Softwarebranche. Der Begriff „Hacking“ beschreibt das Vorgehen, in kleinen Gruppen, parallel und mit einem möglichst breiten und kreativen Blick, in kurzer Zeit an einer konkreten Fragestellung zu arbeiten. Inzwischen kommen Hackathons breiter zum Einsatz und werden auch von Kommunen veranstaltet.

Für mehr Diversität in der Partizipation!

Bei einem Blick auf unser Team wird schnell klar: Urbanizers lebt Frauenpower auch jenseits des internationalen Frauentags! In unserer Arbeit haben wir außerdem ein klares Ziel, das noch weit darüber hinausgeht. Wir wollen echte Partizipation ermöglichen, durch die alle Bürger:innen sich aktiv in Stadtentwicklungsprozesse einbringen und ihre Stadt, ihren Kiez, ihren Straßenzug mitgestalten können. Dabei ist die Idealvorstellung, wirklich jede:n zu hören – Junge und Alte, Personen jeden Geschlechts und jeder sexueller Orientierung, Menschen unterschiedlicher ethnischer Zugehörigkeit und religiöser Überzeugung, Bürger:innen mit körperlicher oder psychischer Beeinträchtigung …

Wir sind bereits auf einem guten Weg. Wir entwickeln zielgruppenspezifische Formate, passen die Art der Ansprache je nach Adressat:innenkreis an und nutzen gendersensible Sprache. Wir lernen kontinuierlich dazu, indem wir Erfahrungen aus zurückliegenden Beteiligungsprozessen für eine inklusivere Planung des nächsten Projektes nutzen. Allerdings scheint es fast unmöglich, einen wirklich inklusiven Beteiligungsprozess zu gestalten, der alle gleichermaßen berücksichtigt. Um dem Ziel aber Stück für Stück näher zu kommen, unser Verständnis zu schärfen und neue Denkmuster zu etablieren, haben wir eine bürointerne AG Diversity gegründet und uns gefragt: Wie können wir unsere Arbeit inklusiver gestalten?

Dabei haben wir eine ganze Menge gelernt. Manchmal genügen kleine Dinge, um bestimmte Personengruppen besser anzusprechen und zu integrieren: diskriminierungssensible Ansprache, ein Hinweis auf Barrierefreiheit der Räumlichkeiten in der Ankündigung, die Abfrage spezieller Bedarfe in der Einladung, die Nutzung geeigneter Schriften und Farben für gute Lesbarkeit von Flyern oder die Ankündigung einer Veranstaltung über diverse (analoge und digitale) Kanäle. Andere Maßnahmen erfordern mehr Planung, manche sind aufgrund monatelanger Vorlaufzeiten im schnelllebigen Projektalltag nur schwer umzusetzen.

Fazit: Man muss eine Menge im Kopf behalten, um Partizipation divers und integrativ gestalten zu können, ein „Umstieg“ ist nicht von einem auf den anderen Tag machbar und wir sind nicht perfekt. Aber dank unserer stetig wachsenden Erfahrungen, Feedback von Partizipierenden und nicht zuletzt der bürointernen AG Diversity werden wir immer stärker sensibilisiert, erkennen Fehler besser, machen neue Abläufe zur Routine und entwickeln uns damit immer weiter. Für eine Stadt für alle!

Podiumsdiskussion auf der 5. Konferenz der Mieterräte und Mieterbeiräte

Mieter:innen eine Stimme geben!

Seit 2017  begleiten wir die Wohnraumversorgung Berlin und die Mieterräte und Mieterbeiräte der landeseigenen Wohnungsunternehmen dabei, eine stetige Interessenvertretung der Mieter:innen zu entwickeln. Wir konzipierten die Konferenzen der Mieterbeiräte und Mieterräte und moderierten Arbeitsgruppen zur Regelung und Verankerung der Mietergremien.

Unter  dem Motto „Mehrwert der Interessenvertretung“ wurde auf der letzten Konferenz im November 2021 noch einmal deutlich, wie wichtig die Mitwirkung von Mieter:innen an der Entwicklung der landeseigenen Wohnungsunternehmen ist. Dieses Jahr werden fünf der sechs Mieterräte neu gewählt – Über 330.000 Haushalte in Berlin sind aufgefordert sich an den Mieterratswahlen 2022 zu beteiligen!

Mehr zu den Wahlen und Ausschnitte von der letzten Konferenz und unserer Arbeit (ab 1:53) hier.

Die Dokumentation der Veranstaltung steht hier zur Verfügung.