Teilhabe von Zuwanderern im Quartier stärken: Broschüre veröffentlicht

Zwischen November 2015 und April 2017 haben sich Urbanizers im Rahmen des BBSR-Forschungsprojekts „Integration und lokale Beteiligungskultur“ mit den Fragen beschäftigt, wie Teilhabe und Beteiligung von Zuwanderer an der Quartiersentwicklung gelingen kann und welche Herausforderungen es dabei zu bewältigen gilt.

Als Ergebnis des Forschungsprojekts wurde, in Zusammenarbeit mit dem Büro für Stadtforschung und Sozialplanung, die Broschüre „Zukunft im Quartier gestalten. Teilhabe von Zuwandern verbessern“ erarbeitet. Die Broschüre skizziert, ausgehend von der Untersuchung von acht Quartieren im Bundesgebiet, Handlungsansätze für eine lokale Beteiligungskultur und gibt Empfehlungen für deren Umsetzung in Quartier und Kommune. Die BBSR-Sonderpublikation kann hier heruntergeladen werden.

Nahaufnahme des Faltblatts, das die Preisträger porträtiert

Mit Wünschen an die Politik im Gepäck nach Hamburg

Der Schuppen 52 im Hamburger Hafen, unter Einheimischen eher als Location für Abibälle, Konzerte oder coole Gastronomie-Events bekannt, mutierte am 12. und 13. Juni zum Hotspot der Stadtentwicklung. Und weil Stadt und Land unlösbar mit einander verbunden sind, waren mit dabei auch die Preisträger des Wettbewerbs Menschen und Erfolge 2016.

Das Wettbewerbs-Team bei Urbanizers erwartet den Tag der Preisverleihung immer mit ähnlich viel Spannung wie die Ausgezeichneten selbst: Wie sind sie wirklich, die Menschen, die sich mit ihren Erfolgen beworben haben? Was die Jury im März überzeugt hatte, war die Papierform von Idee und Umsetzung – das echte Leben zeigt immer nochmal zusätzliche Facetten.

Der Erfahrungsaustausch der Preisträger war da keine Ausnahme. Zusätzlich angeregt durch einen Input von Jutta Rump vom Institut für Beschäftigung und Employability entspannen sich in vier Gesprächsrunden interessante Dialoge. Die Umnutzung alter Gebäude und der bei aller Wichtigkeit manchmal hemmende Denkmalschutz; das schlechte Image des Arbeitsmarktmotors Handwerk; die Herausforderungen des Arbeitszeitgesetzes für die Gastronomie in ländlichen Regionen; das Potenzial und der Förderbedarf von Kunstprojekten; die Sorge, im Zeitalter der Digitalisierung abgehängt zu werden: Die acht Preisträgerinnen und Preisträger ließen kein heißes Eisen aus und gaben der Politik einiges an Wünschen mit. Dem Kongresspublikum gewährten sie einen spannenden Einblick in den Alltag von Arbeit und Wirtschaft in ländlichen Räumen. Das Urbanizers-Team nahm zahlreiche Anregungen für die Dokumentation der Wettbewerbsrunde mit, die im Herbst erscheint. Beeindruckend war auch der Witz, mit dem die Teilnehmer die Gelegenheit nutzten, für sich, ihre Heimatregion und ihre Produkte zu werben – z.B. mit T-Shirts, Büchern und handgesponnener Wolle.

Mehr als ein Grund, sich bei den Preisträgern nochmal herzlich zu bedanken – und ihnen die Daumen zu drücken für die weitere Arbeit an den Projekten zuhause.

Pionier- und Zwischennutzungen: Wildkraut oder Kulturpflanzen?

Ephemere Stadtentwicklung. Handbuch und Planungshilfe, so der Titel eines von der Wüstenrot Stiftung herausgegebenen Buches, das unlängst bei DOM erschien. Die Kombination aus Titel und Untertitel wirft Fragen auf: Oxymoron? Paradox? Oder doch die konsequente Weiterentwicklung der Etablierung von Pionier- und Zwischennutzungen als strategisches Werkzeug der Stadtentwicklung?

Das Buch reiht sich ein in eine Vielzahl von Veröffentlichungen der letzten Jahre, die Veränderungen von Akteurskonstellationen und den von ihnen gestalteten Stadtlandschaften untersuchen. Fast immer der Tenor: Das Ephemere hat das Zeug, die Planungskultur nachhaltig zu verändern. Das glauben wir auch. Und wir wissen, dass es Lernprozesse benötigt und bewirkt: für die kommunalen Akteure ebenso wie für die neuen Stadtmacher. Deshalb haben wir gerne am „Handbuch“ der Wüstenrot Stiftung, das von Paola Alfaro d’Alencon, Bettin Bauerfeind und Daniela Konrad erarbeitet wurde, mitgeschrieben. Die Ephemeren, meinen wir, haben es verdient, von „kurzlebigen annuellen Pflanzen“, vom Un-, Bei- oder Wildkraut der Stadtentwicklung, zu neuen urbanen Kulturpflanzen zu werden.

Verkehrsforum Potsdam: Das Auto stehen lassen!?

Die Landeshauptstadt Potsdam möchte mit ihren Bürgerinnen und Bürgern über die Zukunft von Verkehr und Mobilität in der Landeshauptstadt diskutieren. Das oberste Ziel heißt „Nachhaltige Mobilität“: weniger Autoverkehr, weniger Umweltbelastung, mehr Lebensqualität, mehr Mobilität. Wie aber kann dieses Ziel erreicht werden? Unter welchen Bedingungen würden die Potsdamerinnen und Potsdamer das Auto stehen lassen und auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel umsteigen? Wie müssen ÖPNV, Rad- und Fußverkehr gestaltet sein, damit sie neue Nutzergruppen gewinnen?

Im Oktober startet die Veranstaltungsreihe „Verkehrsforum“ unter der organisatorischen Leitung von Urbanizers bei der Interessierte wechselnde Themen der Verkehrsentwicklung diskutieren und so ihre Stadt mitgestalten können. In der vergangenen Woche fand das erste Treffen des Begleitkreises zur inhaltlichen Vorbereitung der Foren statt. Bereits hier wurde klar: Verkehr ist komplex, Verkehr ist konfliktreich und Verkehr ist zukunftsentscheidend für die wachsende Stadt.

Green Urban Labs: Staatssekretär Adler überreicht Zuwendungsbescheide

Sechs grüne Stadtlabore  starten: Staatssekretär Gunther Adler und Harald Herrmann, Direktor des BBSR, übereichten die Zuwendungsbescheide auf dem 2. Bundeskongress “Grün in der Stadt”. Die Modellvorhaben in Bochum, Halle/Saale, Leipzig, Ludwigsburg, Rostock und  Weinstadt gehören zum ExWoSt-Forschungsfeld “Green Urban Labs” . Sie erproben in den kommenden drei Jahren innovative Ansätze zur Stärkung des Stadtgrüns. Begleitet werden sie von Urbanizers und gruppe f als Forschungsassistenz. “Loslegen” heißt die Devise: Bereits am 10. Mai trafen sich die Modellvorhaben in Bochum zur Auftaktwerkstatt.

Gemeinsam für grüne Städte der Zukunft

Beim 2. Bundeskongress „Grün in der Stadt – Für eine lebenswerte Zukunft“ am 8. und 9. Mai 2017 in Essen wurde das Weißbuch „Stadtgrün“ der Fachöffentlichkeit vorgestellt und diskutiert. Dabei wurde deutlich, dass die Stärkung von Stadtgrün eine breite Kooperation und gemeinsame Anstrengung von Kommunen, Ländern, dem Bund sowie von Akteuren aus Zivilgesellschaft und Wirtschaft erfordert. Vertreter dreier Grüner Hauptstädte Europas – Hamburg, Essen und Nijmegen – betonten die Bedeutung von langfristigen, strategischen Ansätzen für den Ausbau des Stadtgrüns und die Steigerung der Lebensqualität in Städten. Ein Gastbeitrag aus Paris illustrierte, wie mit einem politischen Gesamtkonzept vielfältige, kleinteilige Maßnahmen zu einem umfassenden urbanen Begrünungsprogramm zusammengeführt werden können. Der Blick nach Schottland warf den Fokus auf integrierte Ansätze zur Verknüpfung von Grün in der Stadt mit Themenfelder wie Gesundheit, Wirtschaft, Bildung und Umwelt. Dies spiegelt einen Grundkonsens der Debatte im Weißbuchprozess wieder: Stadtgrün wird nicht als Aufgabe verstanden, die in Konkurrenz zu anderen städtischen Handlungsfeldern, wie etwa dem Wohnungsbau, steht, sondern mit diesen zusammen gedacht werden muss.

Die Vorfreude auf den 2. Bundeskongress “Grün in der Stadt” steigt!

Nach Anmeldeschluss für den 2. Bundeskongress “Grün in der Stadt – Für eine lebenswerte Zukunft” wird deutlich: das Interesse ist groß! Mit großer Vorfreude blicken wir der kommenden Woche entgegen und sind auf internationale Vorträge aus Schottland und Frankreich sowie die Vorstellung des Weißbuches sehr gespannt! Und für alle, die nicht am Kongress teilnehmen können: Das Weißbuch kann schon bald über die Webseite des BMUB bezogen werden.

Preisverleihung „Menschen und Erfolge 2016“

114 Beiträge wurden 2016 beim Wettbewerb „Menschen und Erfolge“ eingereicht. Seit 2011 sucht das BMUB mit diesem Format erfolgreiches Engagement für die Sicherung und Verbesserung der Infrastrukturversorgung in ländlichen Räumen und stellt es unter www.menschenunderfolge.de der Öffentlichkeit vor. Unter dem Motto „Ländliche Räume: produktiv und innovativ“ widmet sich der Wettbewerb 2016 den wirtschaftlichen Perspektiven für ländliche Räume. Attraktive Arbeits- und Ausbildungsplätze gestalten, regionale Wertschöpfung sichern, Leerstand neu nutzen: Welche engagierten Ideen und welche Innovationen konnten die Jury überzeugen?

Am 12. Juni 2017 findet die Preisverleihung für die von der Jury ausgewählten Projekte statt. Im Rahmen des 11. Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik werden insgesamt acht Beiträge der diesjährigen Wettbewerbsrunde von PSt Florian Pronold ausgezeichnet. Hier gibt es das genaue Programm und alle weiteren Informationen zum Kongress.

Energetische Stadtsanierung macht Laune!

Nicht nur das Team der Begleitforschung, sondern auch rund 230 Interessierte aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Forschung und Zivilgesellschaft diskutierten angeregt darüber, wie eine Kultur der energetischen Stadtsanierung entstehen kann.

Professor Dr. Uwe Schneidewind vom Wuppertal Institut erläuterte anhand des Begriffs der transformativen Literacy, dass die umfassende Umgestaltung von Städten im Rahmen der energetischen Stadtsanierung in technologische, ökonomische, kulturelle und institutionelle Bereiche hineinreicht. Macht, Eigenart, Teilhabe, Zeit, Not, natürliche Lebensformen – seine vielen Worte, in 30 Minuten gefasst, machten die Komplexität dieses Wandels deutlich!

Das Team der Begleitforschung referierte im Anschluss über die Ergebnisse des Erfahrungsaustausches mit den 63 Pilotprojekten. Diese zeigen eine umfangreiche Basis zur Weiterentwicklung und Verstetigung des KfW-Programms 432.

Els Struiving aus dem niederländischen Groningen gab Einblicke in die Vor-Ort-Arbeit einer zivilgesellschaftlich organisierten Energieberatung. Um Bewohnerinnen und Bewohner für die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit zu gewinnen, setzt sie auf die „Pantoffeltechnik“. Ihr Plädoyer des Tages: Bürgerinnen sollten weniger Beteiligungsobjekte, sondern Beteiligungssubjekte sein!

In zwei Podien traf der bunte Akteursmix der energetischen Stadtsanierung aufeinander. Die Diskussionen mit Baudezernenten, Verbandsvertretern, Sanierungsmanagern, Energieunternehmen und Schuldirektoren machten deutlich: Trotz unterschiedlicher Blickwinkel, Klimaschutz geht nur gemeinsam!

Ausblickend unterstrich das BMUB die Bedeutung des Quartiersansatzes für die Umsetzung der Energiewende und kündigte eine weitere Phase der Begleitforschung an.