Akten

Nationale Projekte des Städtebaus

Im Rahmen des Bundesprogramms „Nationale Projekte des Städtebaus“ werden seit 2014 städtebauliche Projekte in großen und kleinen Kommunen mit besonderer Wahrnehmbarkeit, überdurchschnittlichem Investitionsvolumen und hohem Innovationspotenzial gefördert. Mittlerweile wurden insgesamt 143 Projekte in die Förderkulisse aufgenommen. Ihre Bandbreite reicht von der Sanierung national bedeutender Einzeldenkmäler bis zur Maßstäbe setzenden Entwicklung ganzer Quartiere.

Seit 2014 ist Urbanizers für die systematische Erfassung und fachliche Ersteinschätzung der eingereichten Projektskizzen sowie die Vorbereitung der Expertenjury zuständig. Seit Ende 2019 hat sich unser Leistungsspektrum erweitert: Über die Betreuung der Projektaufrufe hinaus sind wir mit der fachlichen Begleitung und Programmauswertung beauftragt. Dazu gehört sowohl die Analyse aller bislang geförderten Projekte als auch die genauere Untersuchung von einzelnen Fallstudien, aus denen Erkenntnisse für die integrierte Stadtentwicklung und ihre Unterstützung durch den Bund abgeleitet werden sollen. Themenwerkstätten und weitere Vernetzungsangebote sollen den Erfahrungsaustausch zwischen den Projekten fördern. Ziel ist sowohl eine weitere Qualifizierung des gesamten Programms als auch der Wissenstransfer und die bestmögliche Unterstützung der einzelnen Projekte.

 

Im Auftrag von: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI)
Laufzeit: seit 2014 (bis 2018 ausschließlich Unterstützung der Projektaufrufe, seit 2019 Unterstützung der Programmbegleitung)
Zielgruppen: Kommunen, Fachöffentlichkeit

Unsere Leistungen

  • Entwicklung des Prüfverfahrens und Vorprüfung der Projektanträge
  • Erarbeitung des Projektreaders
  • Betreuung der Jurysitzung
  • Unterstützung der Auftraggeber bei der Umsetzung des Juryvotums
  • Fachliche Begleitung des Programms (Unterstützung: IfS Institut für Stadtforschung und Strukturpolitik)
  • Organisation und Durchführung von Werkstätten, Fach- und Vernetzungsveranstaltungen
  • Programmauswertung (Unterstützung: IfS Institut für Stadtforschung und Strukturpolitik)

Eine Charta für das Berliner Stadtgrün

Berlin ist eine grüne Stadt – und das soll auch in Zeiten von Wachstum und Klimawandel so bleiben. Daher hat der Berliner Senat am 28.08.2018 beschlossen, eine Charta für das Berliner Stadtgrün zu entwickeln. Sie dient der Selbstverpflichtung des Landes Berlin und der gesamten Stadtgesellschaft zu einem achtsamen Umgang mit ihrem Grün. Kernanliegen sind dabei die Bestandssicherung, die Weiterentwicklung sowie nachhaltige Pflege von Stadtgrün.

Urbanizers und bgmr Landschaftsarchiktekten waren damit beauftragt, die Charta im Dialog mit der Stadtgesellschaft zu entwickeln. Im Oktober 2018 startete der Prozess, in dem wir gemeinsam mit der Berliner Verwaltung, Interessensverbänden, urbanen Initiativen sowie interessierten Bürger:innen über Stadtgrün diskutierten und es für die Zukunft sichern und qualifizieren wollten. Bis zum 23.11.2018 konnte an der Entwicklung der Charta auf dem landeseigenen Beteiligungsportal mein.berlin mitgearbeitet werden.

Bereits Ende August 2018 startete die Kampagne #meingruenesberlin für mehr Aufmerksamkeit für das Berliner Stadtgrün. Weitere Informationen unter meingruenes.berlin.de

Die Charta wurde 2021 veröffentlicht. Nach dem Appell von acht Berliner Verbänden beschloss das Land Berlin im Dezember 2021, die Charta im Rahmen des neuen Koalitionsvertrags umzusetzen.

 

Im Auftrag von: Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz
Laufzeit: seit Mai 2018
In Kooperation mit:  bgmr Landschaftsarchitekten
Zielgruppe: Politik, Verwaltung, Interessensverbände, Initiativen, Bürger:innen

 

Unsere Leistungen

  • Analyse des Berliner Stadtgrün
  • Konzeption einer Charta für das Berliner Stadtgrün
  • Konzeption und Durchführung des Charta-Prozesses und der Beteiligung der Stadtgesellschaft
  • Umsetzung einer Charta für das Berliner Stadtgrün

Energetische Stadtsanierung verstetigen

Zuschüsse für Quartierskonzepte und Sanierungsmanager und Energetische Quartiersversorgung

Seit seinem Start 2011 leistet das KfW-Programm 432 „Energetische Stadtsanierung“ einen wichtigen Beitrag zur lokalen Umsetzung der Ziele der Energiewende in Deutschland. Energetische Gebäudesanierung, effiziente Versorgungssysteme und der Ausbau erneuerbarer Energien werden auf der Quartiersebene verknüpft. Integrierte Quartierskonzepte und Sanierungsmanagements bilden dafür eine Basis. Über die investiven Programmteile (201/202) „Quartiersversorgung“ wird der energieeffiziente Ausbau von Versorgungsinfrastruktur gefördert.

In einer zweiten Phase der Begleitforschung analysiert Urbanizers in Kooperation mit den Forschungspartnern KEEA und plan zwei auf kommunaler Ebene Erfahrungen aus der Umsetzung aller drei Programme. Im Vordergrund stehen Strategien zur Umsetzung sowie Maßnahmen für die Verstetigung. Zudem werden Verknüpfungen zwischen den Programmen 432 und 201/202 untersucht. Dabei wird die Arbeit des Sanierungsmanagements in unterschiedlichen Gebietskulissen und Quartierstypen sowie Ansätze zur Konsolidierung der Sanierung fokussiert. Ausgangslage der Untersuchungen bilden dabei 80 Referenzprojekte mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten.

Neben der Untersuchung der Projekte unterstützt die Begleitforschung gezielt die Bekanntmachung der Programme, den Wissenstransfer, die Qualifizierung in der Praxis sowie die öffentlichkeitswirksame Vermittlung von Ergebnissen zur zielgerichteten Anwendung der Programme.

Informationen zur ersten Phase der Begleitforschung sowie weitere Informationen zur energetischen Stadtsanierung finden sich unter unseren Referenzen sowie  hier.

Im Auftrag von: Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI), Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
Laufzeit: seit September 2018
Zielgruppen: Vertreter:innen aus Kommunen, Energieversorger, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, Fachleute, erweiterte Fachöffentlichkeit sowie Länder

Unsere Leistungen

  • Auswertung von 80 Referenzprojekten, davon 10 Referenzprojekte Programm 201/202, 18 Stellvertreterprojekte und 12 Fokusprojekte
  • Fachkonferenzen und -werkstätten
  • Regionalkonferenzen für die Fachöffentlichkeit
  • Analysen zur Umsetzung und Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Programms
  • Ergebnistransfer: Website, Publikationen, Fachvorträge, Planspiel, Film

Green Urban Labs

Innovative Ansätze urbaner Grünentwicklung konzipieren und testen: Das ist das Ziel des im Rahmen des Experimentellen Wohnungs- und Städtebaus (ExWoSt) initiierten Forschungsfeldes „Green Urban Labs“.

Modellvorhaben in zwölf Kommunen erproben wie die Begriffe „grüne Infrastruktur“, „Multicodierung“ und „Umweltgerechtigkeit“ in die Praxis übersetzt werden können. Sie befassen sich mit so unterschiedlichen Themen wie der Anlage von Dach- und Fassadenbegrünung, der Verdichtung der grünen Infrastruktur in Innenstädten oder Industriegebieten, der Umnutzung von Sportflächen und Kleingartenanlagen, der stadtweiten Sicherung von Grünflächen oder der Entwicklung neuer Pflege- und Betreiberkonzepte. Kurz: Sie befassen sich mit Möglichkeiten der Qualifizierung urbanen Grüns. Die enge Kooperation unterschiedlicher Verwaltungsbereiche sowie mit Zivilgesellschaft und Wirtschaft spielen dabei eine zentrale Rolle.

Urbanizers ist in Kooperation mit gruppe F Landschaftsarchitekten mit der Forschungsassistenz beauftragt. Dies beinhaltet die Begleitung und Auswertung der Modellvorhaben, das Durchführen von Bereisungen und Workshops sowie die Öffentlichkeitsarbeit.

Teil des Forschungsfeldes sind verschiedene Veranstaltungsformate: Einmal jährlich treffen sich die Modellvorhaben zu einer von der Forschungsassistenz organisierten Erfahrungswerkstatt. Im April 2018 fand diese zum Thema „Kooperation in unterschiedlichen Akteursnetzwerken“ beim Modellvorhaben „Urban Agenda_Green City“ in Ludwigsburg statt. Im Mai 2019 trafen sich die Beteiligten beim Modellvorhaben "stadt.grün.inseln" in Halle (Saale), um die Bedeutung von Multicodierung und Umweltgerechtigkeit für die Planungspraxis zu diskutieren. Die letzte Werkstatt fand im April 2020 in Bremen statt.

Darüber hinaus fand im November 2018 ein Workshop mit Gästen aus London, Kopenhagen und Wien in Berlin statt, um die Entwicklungen im Forschungsfeld im internationalen Kontext zu reflektieren. Im September 2019 schließlich fand die Fachtagung "Geliebtes Grün, gelebtes Grün" in Bonn statt. Eingeladen war unter anderem die Historikerin und Humboldt-Biographin Andrea Wulf. Im Fokus der Tagung stand die Frage, inwieweit sich das Identifikationspotenzial urbaner Grünräume für die Planung nutzen lässt.

Die Dokumentationen der Veranstaltungen finden sich hier.

Erkenntnisse aus dem Projekt werden regelmäßig in Infobriefen veröffentlicht.

 

Im Auftrag von: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
Laufzeit: seit September 2016
Zielgruppen: Vertreter:innen aus Kommunen, Fachöffentlichkeit, Zivilgesellschaft
In Kooperation mit: gruppe F Landschaftsarchitekten

 

Unsere Leistungen

  • Vorbereitung, Durchführung, Auswertung und Auswahl des Projektaufrufs
  • Fachliche Begleitung von Modellvorhaben
  • Organisation und fachliche Durchführung von Erfahrungswerkstätten und Fachveranstaltungen
  • Wissenschaftliche Publikation
  • Internationale Workshops
  • Öffentlichkeitsarbeit

Bedingt planbar?

Größere städtebauliche Projekte laufen fast immer finanziell wie zeitlich aus dem Ruder. Liegt es allein an ihrer Komplexität, dass Vorhaben wie der Berliner Flughafen, die Elbphilharmonie in Hamburg oder der Tiefbahnhof S21 in Stuttgart intensive Diskussionen und schwindende Akzeptanz bewirken? Oder führen auch neue gesellschaftliche Ansprüche an die Mitgestaltung städtischen Raums dazu, dass sich die Voraussetzungen für Planung grundlegend verändern?

Umbruch und Neuorientierung durch Globalisierung, Digitalisierung, demografische Entwicklung, Migration und Strukturwandel, gerne auch vollmundig als Transformation beschrieben, prägen den Alltag der Stadtentwicklung in vielen Kommunen. Dabei differenzieren sich gesellschaftliche, ökonomische und ökologische Herausforderungen immer weiter und geraten nicht selten in Widerspruch zueinander. Kaum eine formelle oder informelle Planung mehr, bei der nicht Zielkonflikte zu berücksichtigen und komplizierte Aushandlungsprozesse unter den Argusaugen einer kritischen Öffentlichkeit zu leisten sind.

Wie können Städtebau und Stadtentwicklung auf diese Veränderungen reagieren? Ist die Relevanz und Reichweite von Leitbildern vor diesem Hintergrund im Schwinden begriffen? Und, wenn ja, gibt es andere Möglichkeiten bei der Gewichtung immer neuer Herausforderungen und beim Gebrauch der zahlreichen verfügbaren Instrumente? Zahlreiche Forscher:innen und Praktiker:innen haben sich im Forschungsprojekt der Wüstenrot Stiftung in Workshops, Gesprächen und eigenen Texten mit diesen Fragen auseinandergesetzt. Gregor Langenbrinck, Annika Levels und Marie Neumüllers aus dem Urbanizers-Team haben Beiträge zur Abschlusspublikation des Forschungsprojekts geschrieben, das kostenfrei bei der Wüstenrot Stiftung zu beziehen ist.

Im Auftrag von: Wüstenrot Stiftung
In Kooperation mit: Prof. Dr. Christina Simon-Philipp, HFT Stuttgart
Laufzeit: 2014 bis 2021
Zielgruppen: Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung, Angehörige der planenden Berufe, Wissenschaft und Forschung

Unsere Leistungen

  • Fachliche und organisatorische Betreuung einer Workshopreihe
  • Kollaboration beim Positionspapier „Bedingt planbar“
  • Organisation und Moderation von zwei Fachveranstaltungen zum Positionspapier in Berlin und Stuttgart
  • Kuratieren einzelner Kapitel einer geplanten Veröffentlichung, eigene Beiträge
  • Projektsekretariat

Strategien der Innenentwicklung in Kleinstädten

Innenentwicklung hat Vorrang vor Außenentwicklung – diesem Grundsatz mag wohl kaum eine:r widersprechen. Schließlich ist Innenentwicklung ein zentraler Ansatzpunkt für nachhaltige Städte. Aber die Praxis sieht vielerorts immer noch anders aus – nicht nur aber auch in kleineren Städten und Gemeinden.

In einem Forschungsprojekt beschäftigte sich Urbanizers in Kooperation mit der TU Kaiserlautern mit Strategien der Innenentwicklung. Konkret ging es um die Frage, wie die Innenentwicklung in schrumpfenden und sich stabilisierenden Kleinstädten gezielt gestärkt werden kann. Das Ziel der Strategien ist der Erhalt dieser als lebendige und nutzungsgemischte Wohn- und Versorgungsstandorte.

Bei diesem Vorhaben gingen wir von einer Eigenlogik der Kleinstadt aus. Gerade unter der Zielstellung „Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse“ ist das spezifisch Kleinstädtische ernst zu nehmen und Innenentwicklung an endogene Potenziale der Kleinstadt anzuknüpfen.

Die Ergebnisse des Forschungsprojekts wurden in einer Arbeitshilfe aufbereitet. Diese soll den kommunalen Praktiker:innen vielfältige Anregungen und Hilfestellung dabei geben, „ihre“ Strategie der Innenentwicklung zu formulieren und umzusetzen.

Erkenntnisse des Projekts werden in andere Projekte der Kleinstadtforschung weitergetragen. So zum Beispiel in das Projekt "Pilotphase Kleinstadtakademie".

 

Im Auftrag von: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), Bundesministerium des Inneren (BMI)
In Kooperation mit: Technische Universität Kaiserslautern, Fachgebiet Stadtumbau und Ortserneuerung
Laufzeit: Januar 2018 - Februar 2020
Zielgruppen: Kommunen, Fachöffentlichkeit

Unsere Leistungen

Stadtmachen: Orte, Tempo, Engagement

Forschungsauftrag war die interdisziplinäre Suche nach Anstößen, Impulsen und formellen wie informellen Organisationsstrukturen des Zusammenwirkens von zivilgesellschaftlichen und staatlichen Akteur:innen in der Stadtentwicklung. Anhand von zehn Fallstudien in Deutschland sowie je einer Fallstudie in den Niederlanden und in Österreich hat Urbanizers Beispiele einer Stadtentwicklungspraxis untersucht, deren Prozesse sich nicht einfach in top-down und bottom-up einordnen lassen. „Komplementäre Planungskultur“ war der Arbeitstitel des Forschungsprojektes, der zum Ausdruck bringen sollte, dass die unterschiedlichen Beteiligten an solchen Projekten selbst bei Gegensätzlichkeit zusammengehörige Teile eines Ganzen sind, die sich ergänzen – und im Idealfall gemeinsam Verantwortung für das Stück Stadt, um das es geht, übernehmen.

Stadtmachen ist die kreative Neuerfindung oder der Umbau konkreter Orte – seien es Flusslandschaften, Verbindungstrassen oder ganze Quartiere. Stadtmachen braucht Gespür für unterschiedliche Zeitperspektiven und Planungsgeschwindigkeiten, braucht Tempo, um Prozesse anzuschieben, und Ruhe für fundierte Fachplanung. Stadtmachen braucht Engagement, Mut zum unternehmerischen Handeln, einen Blick auf Chancen und die Überzeugungskraft, Ressourcen zu mobilisieren.

Die Ergebnisse des Forschungsprojekts sind in Buchform erschienen. Bildreiche Darstellungen der Praxisbeispiele verbinden sich mit Portraits von „Stadtmacher-Typen“ sowie reflektierenden Essays. Ohne eine Arbeitshilfe sein zu wollen, liefert die Publikation zahlreiche Anregungen für lokale Akteur:innen, Stadt anders zu machen.

Das Buch kann bei der Wüstenrot Stiftung kostenfrei bestellt werden.

 

Im Auftrag von: Wüstenrot Stiftung
Laufzeit: August 2013 bis Juli 2017
Zielgruppen: Stadtmacher:innen aus Kommunen, Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Fachöffentlichkeit und Interessierte

Unsere Leistungen

  • Forschungsdesign
  • Auswahlprozess für zwölf Fallbeispiele
  • Grundlagenermittlung, Vor-Ort-Untersuchungen, Auswertung
  • Konzept und Umsetzung in einer Publikation

Kreativ aus der Krise

In vielen schrumpfenden Kommunen wird derzeit über „Erschöpfungsphänomene“ der Demokratie geklagt, angesichts derer die Werkzeuge von Stadtentwicklung und Planung zu versagen scheinen. Es gibt aber auch Regionen, Städte und Gemeinden, in denen Veränderung nicht geduldet, sondern als Transformation aktiv gestaltet wird. Spezifische lokale Wissensbestände werden für kreative Experimente in der Stadtentwicklung und für eine Gestaltung des unumgänglichen Wandels fruchtbar gemacht. Ganz unterschiedliche Akteur:innen machen sich lokal auf die Suche nach neuen Optionen. Sie wollen etwas anderes sein als „Verwalter:innen des Niedergangs“, sie erheben einen Anspruch auf das „gute Leben“ und auf die Gestaltung desselben.

Urbanizers hat mit Urban Catalyst Studio und dem Thünen Institut ein diskursives Projektdesign entwickelt, das im Dialog mit den Akteur:innen Antworten auf die Frage gesucht hat, wie Stadtentwicklung jenseits eines klassischen Wachstumsbegriffs funktionieren kann. Die Analyse von Fallbeispielen und Handlungsfeldern und die Blicke in eine mögliche Zukunft wurden in Form einer Broschüre veröffentlicht.

 

Im Auftrag von: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR)
Laufzeit:  November 2015 bis Juni 2017
Zielgruppen: Vertreter:innen aus Kommunen, Fachöffentlichkeit, Zivilgesellschaft und Privater Sektor
In Kooperation mit
: Urban Catalyst Studio, Thünen-Institut für Regionalentwicklung e. V.

Unsere Leistungen

  • Forschungskonzept
  • Expertengespräche
  • Vor-Ort-Untersuchungen
  • Veranstaltungskonzeption und -management
  • Publikation

Energetische Stadtsanierung im Quartier

Vom Gebäude zum Quartier. Mit diesem Leitsatz startete vor über fünf Jahren das KfW-Förderprogramm 432 „Energetische Stadtsanierung". Der erste Förderbaustein, das „Energetische Quartierskonzept“, beinhaltet Energieeinsparanalysen, Ziele und Umsetzungsstrategien für die CO2-Einsparung auf der Quartiersebene. Mit dem zweiten Förderbaustein, dem Sanierungsmanagement, bekommt die energetische Stadtsanierung ein Gesicht vor Ort. Die Managements sollen die Umsetzung der Konzepte zügig auf den Weg bringen. Die Wege dahin sind so unterschiedlich wie die Quartiere selbst.

Urbanizers übernahm in Kooperation mit der ARGE EnSa-Q die Begleitforschung zum KfW-Programm 432. Empirische Grundlage bildeten die Erfahrungen in den 63 Pilotprojekten mit ihren unterschiedlichen energetischen und sozialen Ausgangslagen. Bestandteile der Forschung waren schriftliche Befragungen, Vor-Ort-Interviews sowie Diskussionsergebnisse aus den verschiedenen Transferveranstaltungen (Workshops und Konferenzen), die die Begleitforschung inhaltlich und organisatorisch vorbereitete und durchführte. Ihre Ergebnisse bereitete die Begleitforschung in Handlungsempfehlungen für die Auftraggeber:innen sowie in Flyern, Broschüren und auf der Website praxisorientiert auf.

Im Auftrag von: Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR), Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Laufzeit: Juli 2013 bis Oktober 2017
Zielgruppen: Vertreter:innen aus Kommunen und Bund, Energieversorger, Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, Fachöffentlichkeit

Unsere Leistungen

  • Auswertung von 63 Pilotprojekten, davon 12 Stellvertreter-Projekte
  • Fachworkshops mit Vertreter:innen der Pilotprojekte
  • Regionalkonferenzen für die Fachöffentlichkeit
  • Analysen zur Umsetzung und Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Programms
  • Ergebnistransfer: Website, Publikationen, Fachvorträge

Energetische Stadtsanierung | © Milena Schlösser

© Milena Schlösser, Energetische Stadtsanierung

Integration und lokale Beteiligungskultur

Wie können Menschen mit eigener oder familiärer Zuwanderungsgeschichte an der Stadt(teil)entwicklung besser beteiligt werden? Und wie gelingt es, dass sie unterstützende Bildung- und Beratungsangebote kommunaler und freier Träger gleichberechtigt nutzen können? Das ExWoSt-Forschungsvorhaben "Beteiligungsverfahren für Zuwanderer" rückte dieses wichtige Thema der integrierten Stadtentwicklung ins Blickfeld.

Urbanizers untersuchte acht Fallstudien in sehr unterschiedlichen Quartieren, die Möglichkeiten, aber auch Hemmnisse lokaler Beteiligungskultur aufzeigen. Aus den Forschungsergebnissen wurden Handlungsempfehlungen für Bund, Länder und Kommunen entwickelt. Zudem wurden Voraussetzungen sowie erfolgreiche Methoden und Verfahren der Beteiligung und Teilhabe im Quartier in einer Broschüre zusammengefasst, die als Arbeitshilfe für die Praxis vor Ort dienen soll.

 

Im Auftrag von: Bundesinstitut für Bau- Stadt und Raumforschung (BBSR)
Laufzeit: November 2015 bis Juni 2017
Zielgruppen: Bund, Länder, Kommunen, Quartier
In Kooperation mit: Dr. Ingeborg Beer, Stadtforschung und Sozialplanung

Unsere Leistungen

  • Wissenschaftliche Aufbereitung des Forschungsgegenstandes
  • Durchführung von Expert:inneninterviews
  • Auswahl und Untersuchung von acht Fallstudien
  • Konzeption und Durchführung eines Fachgesprächs
  • Konzeption und Gestaltung einer Publikation
  • Empfehlungen an Bund, Länder und Kommunen