Mehr Theater für Karlshorst

19.12.2019, Marie Neumüllers

Vier Nachmittage habe ich dieses Jahr im Bühnenturm des Theaters Karlshorst verbracht. Nein, ich habe nicht den geheimen Wunschtraum, Schauspielerin oder Bühnentechnikerin zu werden. Ich durfte im Auftrag der Stiftung Stadtkultur einer Aufgabe nachgehen, die ich auch im Rahmen der Urbanizers-Projekte häufig übernehme: Werkstattmoderation. Allerdings hat die Stiftung von der Einladung der Diskussionsteilnehmer*innen über die inhaltliche Vorbereitung bis hin zum Catering alles, was zu einer gelungenen Veranstaltung gehört, selbst gemacht. Solche Gastmoderationen übernehme ich ausgesprochen gerne. Sie bedeuten eine andere Form der Verantwortung als in unseren eigenen Projekten.

Das Theater Karlshorst braucht eine neue Identität, es muss schrittweise denkmalgerecht saniert werden und soll sich in den nächsten Jahren als neuer Kulturort für Kiez und Gesamtstadt etablieren. Da kulturelle Orte Impulsgeber für urbanes Leben sind, hat das eine Menge mit Stadtentwicklung zu tun. Doch nicht nur aufgrund des thematischen Bezugs zur Arbeit von Urbanizers hat mir die Moderation großen Spaß gemacht. Denn es war beeindruckend, was in den Werkstattgesprächen alles entwickelt wurde und das Leitbild für das Theater nun bereichert. So hat die Vision der Stiftung für das Theater zahlreiche gewichtige Stimmen der Berliner und bundesweiten Kulturlandschaft nach Karlshorst geholt. Viele von ihnen waren vom ersten Theaterbau, der in Deutschland nach 1945 entstanden ist, so begeistert, dass sie spontan Projektideen entwickelten. Ginge es nach den Beteiligten der vier Werkstätten, könnte schon Anfang 2020 eine Interimsnutzung starten. Die wird zwar noch ein paar Monate auf sich warten lassen. Aber ich bin froh, an ihrer Vorbereitung mitgewirkt zu haben und bleibe gespannt, wie sich der Ort entwickeln wird.